2013 – Start der Fernbusse

Die Liberalisierung der Fernbusse

Omnibus auf der Autobahn

Eine Erfolgsgeschichte seit 2013

Der Start der Fernbusse im Januar 2013 scheint längst vergessen, denn inzwischen sind sie bei Millionen Deutschen sehr beliebt, und kaum mehr aus Deutschlands Straßenbild wegzudenken . Das Geschäft boomt und neue Anbieter und Buchungsplattformen schießen wie Pilze aus dem Boden. Erst seit 2013 in Deutschland verfügbar und schon kaum mehr aus Deutschlands Straßenbild wegzudenken – Fernbusse. Das Geschäft boomt und neue Anbieter schießen wie Pilze aus dem Boden. Lesen Sie auf fernbus-routen.de wie es zur Liberalisierung kam und finden Sie hier Infos und Tickets für Fernbusfahrten.

Liberalisierung des Buslinienfernverkehrs

Im Jahr 1931 wurde die Überlandverkehrsordnung vorgeschlagen, die beinhaltete, dass keine Fern- bzw. Linienbusse als Konkurrenz zur Reichsbahn eingesetzt werden dürfen. Gesetzlich wurde dies drei Jahre später verabschiedet. Die Mehreinnahmen, die damals durch die Bahn erzielt wurden, flossen in die Reparationszahlungen des Ersten Weltkriegs. Der Paragraph 13 des deutschen Personenbeförderungsgesetzes bestand jedoch noch lange nachdem die Kriegsschuld beglichen war. Zum ersten Januar 2013 fiel dieses Monopol, welches zu den ältesten der Bundesrepublik Deutschland zählte. Die Bundestags-fraktionen haben einen Kompromiss geschlossen, so dass seit 2013 Fernbusse offiziell fahren dürfen. Bereits 2011 wurde durch das Kabinett ein Projekt von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zur Liberalisierung des Reiseverkehrs beschlossen, doch die Länder konnten damals noch zu keiner Einigung kommen. Verkehrsexperten der Parteien SPD, FDP, Grünen und Union verhandelten monatelang. Das neue Busliniensystem sollte den amerikanischen Greyhound-Bussen nachempfunden werden. Bundestag und Bundesrat gaben dann die Zustimmung und so konnten die Fernbusse nun offiziell am 1. Januar 2013 starten.

Per Fernbus günstig von Stadt zu Stadt

Start der Fernbuslinien - symbolisch dargestellt

Für die SPD war primär wichtig, dass der von den Ländern mitfinanzierte regionale Bahnverkehr weiterhin geschützt bleibt, weshalb die neuen Linienbusse nur Strecken mit einer Distanz ab 50 Kilometer anbieten dürfen. Hierfür wurde ein sogenanntes Unterwege-Bedienungsverbot aufgestellt. Zudem wurde beschlossen, dass die Fernbusse bis zum Jahr 2016 mindestens über zwei Rollstuhl gerechte Plätze verfügen müssen und bis zum Jahr 2019 barrierefrei sein müssen.

Das Reisen quer durch Deutschland ist durch den Fernbusverkehr für Reisende nun erheblich günstiger, denn viele Busgesellschaften beteiligen sich am Fernbusverkehr und auch die Bahn besitzt bereits über ca. 50 eigene Fernbuslinien, unter anderem die Tochterfirma „Berlin Linien Bus“, wollte das bestehende Fernbusnetz jedoch zunächst nicht weiter ausbauen. Da der Konkurrenzdruck noch doch recht größer als erwartet ist, beschloss die Bahn nun doch, das Busnetz zu erweitern.

Fernbusanbieter können die Fahrten ca. 30- 40 % günstiger anbieten als die Bahn, weil keine Kosten für ein Schienennetz anfallen und sie ebenfalls weniger hohe Betreibungskosten zu tragen haben, als ein Bahnbetreiber. Man hofft, dass möglichst viele Reisende die günstigen Busverbindungen nutzen, auch um den PKW Verkehr auf den Straßen sowie den CO2-Austoß zu reduzieren.

Deutschland erreicht mit der Aufhebung des Bahnmonopols etwas, was weltweit schon einige Zeit üblich ist und in anderen Ländern auch rege genutzt wird.

Fernbuslinien – ein Erfolgskonzept?

Wie auch in den USA bietet der Fernbusverkehr in Deutschland ein enormes Potenzial. Beispielsweise freut sich die Fernbusverbindung Berlin – Hamburg (gegründet 1947) derzeit über ca. 400.000 Fahrgäste pro Jahr. Ein Marktanteil von über 20 % ist laut Studien durchaus im Bereich des Möglichen. Der Startschuss ist offiziell erteilt und diverse Anbieter tummeln sich bereits am Markt. Nun bleibt abzuwarten, wie sich der Fernbusverkehr im Laufe der nächsten Jahre entwickeln und etablieren wird.

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